Ambler- und Bush-Klassifikation
Es existieren zwei Klassifikationssysteme für Beta-Laktamasen. Die Ambler-Klassifikation teilt die Beta-Laktamasen nach molekularen Eigenschaften ein, die Bush-Klassifikation nach funktionellen Eigenschaften. Nach Ambler-Klassifikation nutzen Enzyme der Klassen A, C und D Serin für die Hydrolyse während Enzyme der Klasse B, sogenannte Metallobetalaktamasen, zwei divalente Zinkionen für die Hydrolyse des Beta-Laktam-Rings nutzen nutzen.
Wichtige Vertreter:
- A: CTX-M (ESBL), KPC (Carbapenemase)
- B: NDM (New Dehli Metallo-Beta-Laktamase), VIM (Verona Integron-encoded Metallo-Beta-Laktamase), IMP (Imipenemase (ebenfalls Metallo-Beta-Laktamase))
- C: AmpC (Cephalosporinase/ Breitspektrum-Beta-Laktamase)
- D: Oxa-48 (Carbapenemase)
Detektion von Carbapenemasen

- Acinetobacter baumannii: bei Resistenz gegen Meropenem oder Impinem ist kein Bestätigungstest erforderlich. Es erfolgt die direkte Einsendung ins NRZ, da sehr wahrscheinlich eine Carbapenemase vorliegt
- Pseudomonas aeruginosa: strenge Kriterien vor Einsendung. Häufige Resistenzmechanismen sind nicht Carbapenemasen sondern Porinveränderung, Effluxpumpe, chromosomale AmpC….
Bestätigungstest Carbapenemase
- Vor Einsendung des Erregers ins NRZ sollte zudem ein positiver phänotypischer Test vorliegen
- mCIM, zCIM: „Zerstört das Bakterium das Carbapenem?“
- Cloxacillin-Test: „Ist AmpC der Grund für die Carbapenem-Resistenz?“
Therapie bei Carbapenemase-Nachweis


- Resistenzmechanismus: verändertes Penicillinbindendes Protein (PBP)
- Beta-Lactamantibiotika haben keine ausreichende Affinität (mt Ausnahme Ceftarolin, Ceftobiprol)
- Zusätzliche Genkasette SCCmec im Baktierenchromosom. In diesem Abschnitt liegt das mecA- oder mecC-Gen, welches für das veränderte PBP (PBP2a bzw. PBP2c) kodiert.
Diagnostisches Vorgehen
- Identifikation:
- chromogener S. aureus Agar
- Latexagglutinationstest
- Tests zur Bestätigung der Identifikation:
- Koagulase-Test
- Massenspektrometrie
- PCR
- Biochemische Identifizierung
- Bestimmung der Methicillin-Resistenz:
- Oxacillin/Cefoxitin-MHK-Bestimmung
- Cefoxitin-Agardiffusionstest
- chromogener MRSA-Agar (Cefoxitin)
- Bestätigung der Methicillin-Resistenz:
- Nachweis mecA, mecC mittels Nukleinsäurenachweis
(Becker et al., MiQ 06a: Infektionen der Haut und der subkutanen Weichgewebe – Teil I, 2. Aufl., München 2013)
Latexagglutinationstest

Koagulasetest

MRSA-selektiver chromogener Agar
i.d.R. mit Cefoxitin

Bei VRE handelt es sich sehr häufig um Enterococcus faecium und dieser ist typischerweise gegen Aminopenicilline und Carbapeneme resistent. Vgl. Eneterococcus faecalis ist in der Regel nicht Aminopenicillin-resistent. Es bleiben zur Therapie häufig nur Daptomycin, Tigecyclin und Linezolid.
- Screening auf selektivem Chromagarmedium
- Molekulargenetische Bestätigung des VanA-Gen bzw. VanB-Gen.
- Wie unterscheiden sich VanA- und VanB-Phänotyp?
- VanA-positive Enterokokken sind auch gegen Teicoplanin resistent