Blutgruppenserologische Untersuchungen bei Patienten/Empfängern am Beispiel gängiger Gelkarten.

- Gemäß der Richtlinie Hämotherapie wird bei Patienten zur Bestimmung des Rhesusfaktors die Anwendung zweier monoklonaler Anti-D-Antikörper der IgM-Klasse empfohlen, die die DVI-Variante nicht erfassen. Das liegt daran, dass ein Empfänger mit einem D-Partial auf dieser Gelkarte D-negativ erscheint und als Empfänger richtigerweise auch so behandelt wird
- Der Patient scheint ein A-Antigen sowie eine Rhesus-positivität aufzuweisen. Der direkte Coombstest ist negativ (Da IgG-Antikörper alleine nicht agglutinieren können ist in diesem Ansatz zusätzlich Anti-IgG+C3d = Coombs-Serum.). Die Kontrolle auch.

- In der Serumgegenprobe bestätigt sich die Antigenbestimmung
- Die O-Testerythrozyten eignen sich als Kontrolle. Relevant ist das Feld außerdem beim Bombay-Typ
- Auffällig ist der positive Antikörpersuchtest in einer der beiden Testzellen. Häufig werden drei Testzellen im Rahmen des Antikörpersuchtest verwendet, um Dosiseffekte bei Verwendung homozygoter Antigene berücksichtigen zu können. Die Richtlinie Hämotherapie schreibt jedoch lediglich die Verwendung von zwei Testzellen vor. Differenzierung s.u.. (Da IgG-Antikörper alleine nicht agglutinieren können ist in diesem Ansatz zusätzlich Anti-IgG+C3d.)

- Der Patient hat die Rhesusformel CcDee, die häufigste Rhesus-Formel in Mitteleuropa
- Kell-negativ
Antikörpersuchtest und -differenzierung
Antikörpersuchtest (AKS) – Screening mit zwei Testerythrozyten in der Gelkarte.

Antikörperdifferenzierung – anschließend mit dem 11-Zell-Identifizierungspanel zur Bestimmung der Antikörperspezifität.

Zwei Testzellen – Nr. 2 und 7 – haben positiv reagiert.

Nun werden die negativen Testzellen Zeile für Zeile abgearbeitet, um mögliche Antikörperspezifitäten auszuschließen. Aufgrund möglicher Dosiseffekte werden Spezifitäten nur bei homozygoter Antigenexpression sicher ausgeschlossen und mit einem Kreuz durchgestrichen. Heterozygot exprimierte Antigene werden lediglich mit einem Strich markiert und zunächst nicht sicher ausgeschlossen.










Kpᵃ, Jsᵃ und Luᵃ scheiden als Ursache des positiven Antikörpersuchtests aus, da die entsprechenden Antigene auf den reagierenden Suchzellen nicht vorhanden waren. Entsprechende zusätzliche Antikörper sind aufgrund der niedrigen Antigenfrequenz selten, können anhand des vorliegenden Panels jedoch nicht sicher ausgeschlossen werden: Kpᵃ ist im Panel nicht vertreten, Jsᵃ und Luᵃ lediglich heterozygot exprimiert.


Da alle anderen relevanten Antikörperspezifitäten ausgeschlossen wurden und sowohl die Testzellen 2 und 7 des Identifizierungspanels als auch die Testzelle II des Antikörpersuchtests K-positiv sind und reagieren, lässt sich die Spezifität des Antikörpers als Anti-K bestätigen.